Archive for the ‘Elektronisches Publizieren’Category

Heiße Diskussion um den “Heidelberger Appell” – unsere Position dazu

Seit eini­gen Wochen wird auf diver­sen Platt­for­men im Netz und nun auch in den Print­me­dien eine heiße Dis­kus­sion um den “Hei­del­ber­ger Appell” geführt, zu dem wir unsere Gedan­ken auch schon mal aus­ge­führt haben (siehe dazu auch unse­ren Blog­ein­trag vom 14. April 2009). Da nun auch bekannte Poli­ti­ker (Jus­tiz­mi­nis­te­rin Bri­gitte Zypries und Kul­tur­staats­mi­nis­ter Bernd Neu­mann) sich für den “Hei­del­ber­ger Appell” aus­spre­chen und ihn unter­stüt­zen, ist dies für uns ein will­kom­me­ner Anlaß, uns zu die­ser Dis­kus­sion zu positionieren.

Zunächst ist fest­zu­hal­ten, um was es beim “Hei­del­ber­ger Appell” über­haupt geht: hier wird die Urhe­ber­rechts­ver­let­zun­gen durch die mas­sive Ein­scan­nung von Büchern durch die Firma Google (causa google) mit einer For­de­rung nach der Frei­heit der Publi­ka­ti­ons­form und dem freien Zugang zu den Ergeb­nis­sen und Fach­ver­öf­fent­li­chun­gen der öffent­lich finan­zier­ten For­schung (Stich­wort OpenAc­cess) ver­mengt. Und an die­ser Stelle liegt die Krux in der Dis­kus­sion. Denn es geht hier um drei ver­schie­dene Dinge, die in einen Topf gewor­fen wor­den sind und nichts mit­ein­an­der zu tun haben. Es erstaunt da schon sehr, daß dies in der Mehr­heit abso­lut unkri­tisch von den Dis­kus­si­ons­teil­neh­mern hin­ge­nom­men wird.

Wie posi­tio­niert sich nun der Meine Ver­lag zu die­ser Diskussion?

  1. Wir wün­schen uns eine genaue und sau­bere Defi­ni­tion und Anwen­dung der Begriffe bzw. Dis­kus­si­ons­punkte Urheberrechtsverletzung/causa google, digi­tale Publi­ka­tion und OpenAccess.
  2. Der Meine Ver­lag spricht sich klar und deut­lich gegen jeg­li­che Form von Urhe­ber­rechts­ver­let­zun­gen aus.
  3. Wir sehen sowohl in der digi­ta­len Publi­ka­tion, als auch in der Bewe­gung OpenAc­cess jeweils eine Mög­lich­keit, For­schungs­er­geb­nisse aus der Wis­sen­schaft ver­öf­fent­li­chen zu kön­nen und somit dem For­schungs­dis­kurs zur Ver­fü­gung zu stel­len (aus­führ­lich hierzu unser Blog­bei­trag vom 14. April 2009).
  4. Von einer Wahl­frei­heit der Publi­ka­ti­ons­form kann in der For­schung nicht gespro­chen wer­den. Es beste­hen z. T. mas­sive hier­ar­chi­sche Bar­rie­ren bei Ver­öf­fent­li­chun­gen. Hier sei auf das Bei­spiel ver­wie­sen, daß Dok­to­ran­den nur im gerin­gen Maße über die Form oder den Ver­lag bei der Ver­öf­fent­li­chung ihrer Dis­ser­ta­tion ent­schei­den dür­fen. Viel­mehr wird ihnen sei­tens des Dok­tor­va­ters die Reihe oder der Ver­lag vor­ge­schrie­ben. Wo hat da noch der Dok­to­rand seine Wahl­frei­heit, fra­gen wir uns. Aus Forschungs-, Biblio­theks– und Steu­er­zah­ler­per­spek­tive ist die Emp­feh­lung der DFG, daß Auto­ren den Zugang zu ihren Ergeb­nis­sen aus steu­er­fi­nan­zier­ter For­schung der Gesell­schaft ein­fach macht, rich­tig. Es ist Auf­gabe der Ver­lage, hier ent­spre­chende wirt­schaft­lich funk­tio­nie­rende Publi­ka­ti­ons­mo­delle zu entwickeln.
  5. Wir begrü­ßen eine sach­lich geführte Dis­kus­sion um die Punkte elek­tro­ni­sche Publi­ka­tion und OpenAc­cess, die lei­der mit dem “Hei­del­ber­ger Appell” aber nicht geführt wird.

Letzt­lich bleibt noch anzu­mer­ken, daß die wider­sprüch­li­che Posi­tio­nie­rung des Bör­sen­ver­eins des Deut­schen Buch­han­dels schon erstaunt. Einer­seits wird mit viel Auf­wand und Bewer­bung das Online-Portal “libreka” ein­ge­führt, was nicht nur als Voll­text­su­che für gedruckte Bücher gedacht ist, son­dern viel­mehr auch als Por­tal zum Erwerb von E-Books. Ande­rer­seits wird unkri­tisch jede “Erfolgs­mel­dung” zum “Hei­del­ber­ger Appell” über den News­let­ter und Ticker ver­schickt. Wider­spricht sich denn an die­ser Stelle nicht der Bör­sen­ver­ein sich selbst und unter­stützt damit in letz­ter gedach­ter Kon­se­quenz nicht einen Feld­zug gegen sein eigene Online-Plattform?

Diese Dis­kus­sion um OpenAc­cess und digi­ta­ler Publi­ka­tion darf nicht zu einer Hexen­jagd aus­ar­ten. Damit stellt sich sowohl die For­schungs­ge­mein­schaft, als auch die Buch­bran­che ein eige­nes Bein, wie es die Musik­bran­che vor ein paar Jah­ren schmerz­lich erfah­ren mußte. Denn in den USA sind die Dis­kus­si­ons­teil­neh­mer schon ein gan­zen Schritt wei­ter, wie das Bei­spiel des Natio­nal Insti­tu­tes of Health (NIH) zeigt (hierzu der Bei­trag von Richard Siet­mann: Hei­del­ber­ger Halali. Streit um OpenAc­cess und Urhe­ber­rechte, in: c’t 10/09).

Wei­tere Informationen

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04 2009

“Geld verdienen in digitaler Buchbranche” – ein Einwand aus Verlagssicht

Vor zwei Tagen schrieb Lean­der Wat­tig in sei­nem Blog seine Gedan­ken zum Thema “Geld ver­die­nen in digi­ta­ler Buch­bran­che”. Zusam­men­ge­faßt geht es um die Mög­lich­keit, daß jeder Autor im Zeit­al­ter des Inter­nets, des Web 2.0 und des E-Books sel­ber in der Lage ist, sein Werk unter Aus­schlie­ßung eines Ver­la­ges digi­tal zu ver­kau­fen. Der Autor erstellt den zu ver­äu­ßern­den Inhalt, die tech­ni­schen Mög­lich­kei­ten zur Erstel­lung eines E-Books (in ein­fachs­ter Form als Pdf) und die Ver­brei­tung im Inter­net über­nimmt er zugleich. Wo bleibt dann der Ver­lag? Wo liegt dabei seine Auf­ga­ben und Tätigkeitsfelder?

Im Grunde stimme ich Wat­tig zu, daß dem Autor heute und in Zukunft die Selbst­ver­mark­tung gege­ben ist. Nun kommt von mei­ner Seite das große Aber. Seine Gedan­ken beru­hen auf einer bestimm­ten Vor­aus­set­zung, näm­lich “Wenn wir uns nun also vor­stel­len und beja­hen, dass das Inter­net lang­fris­tig zum abso­lut domi­nie­ren­den Medium wird und Inhalte pri­mär digi­tal vor­lie­gen wer­den, dann reden wir über eine Welt, in der sogar papierne Bücher eher die Aus­nahme als die Regel sein wer­den.” (Lean­der Wat­tig). Hier wird ein Zukunfts­sze­na­rio der papier­lo­sen Welt vor­ge­ge­ben, die mir in ihrer End­gül­tig­keit nicht vor­stell­bar ist. Ich glaube eher, daß beide Vari­an­ten – Papier– und elek­tro­ni­sche Form – geben wird. Gut, nun kann ja der Ein­wand kom­men, daß man mit Digi­tal­druck oder Print-on-Demand auch als Autor preis­wert kklas­si­sche Bücher pro­du­zie­ren kann. Aber dazu benö­tigt der Autor das tech­ni­sche Wis­sen der Her­stel­lung und die Zeit, sich nach dem bes­ten Anbie­ter zu erkun­di­gen. Will er das? Will er diese Inves­ti­tion erbrin­gen? Dazu kommt noch die tech­ni­sche Gren­zen der Her­stel­lung im Bereich Digi­tal­druck und Print-on-Demand bzw. die Nicht­kom­pa­ti­bi­li­tät mit bestimm­ten Wunsch­vor­stel­lun­gen (Papier­aus­wahl etc.). Des­wei­te­ren ist über­haupt der ganze Her­stel­lungs­be­reich in die­ser Dis­kus­sion näher in den Fokus zu rücken, ange­fan­gen von der Typo­gra­phie und dem Satz bis zur Her­stel­lung. Und das ist der Punkt, an dem der Ver­lag in Erschei­nung tritt. Denn was sind die Auf­ga­ben eines Ver­la­ges? Die ange­bo­te­nen Inhalte der Auto­ren (Manu­skripte) auf ihre Qua­li­tät zu prü­fen (Lek­to­rat), sie in eine ange­mes­sene Form zu brin­gen (Kor­rek­to­rat, Satz, Her­stel­lung) und anschlie­ßend zu ver­trei­ben (Buch­ver­kauf). Der Ver­lag kann diese Auf­ga­ben auf­grund sei­ner Erfah­rung, Kom­pe­tenz und Ver­bin­dun­gen am bes­ten bewerk­stel­li­gen. An vie­len Stel­len wird der Autor allein schei­tern: sei es, die ange­mes­sene Form zu brin­gen (wie­viele typo­gra­phi­sche Män­gel sind nicht schon heute in zahl­rei­chen Büchern zu sehen, weil Ver­lage sich die Kos­ten für einen anstän­di­gen Satz spa­ren und die Auf­gabe dem Autor über­las­sen, der dann mit Word an sei­nem Manu­skript her­um­dok­tort????) oder die Kom­pe­ten­zen für den Buch­ver­kauf zu haben, vor allem für Leser, die nicht inter­netaf­fin sind? Ist diese Leser­gruppe nicht am Ende außen vor?

Ich denke, es wird sich eine Mischung erge­ben. Unbe­kannte Auto­ren, die den Weg der Selbst­ver­mark­tung gehen, um Bekannt­heit zu erlan­gen, aber den Zeit– und Arbeits­auf­wand unter­schät­zen und sich schließ­lich doch einen Fach­part­ner, Ver­lag, suchen. Ver­lage dage­gen haben im Inter­net die Mög­lich­keit, zum einen Auto­ren zu ent­de­cken und zu för­dern sowie sel­ber in Koope­ra­tion mit den Auto­ren die Leser mit digi­ta­len Inhal­ten zu gewin­nen. Denn Autor und Ver­lag sind eine Sym­biose und keine Kon­kur­ren­ten, zumin­dest ist das mein Verständnis!

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04 2009

OpenAccess fördert die Wissenschaft!

Chris­toph Drös­ser behan­delt in sei­nem Arti­kel “Das Den­ken ist frei” (DIE ZEIT, 08.04.2009 Nr. 16) sehr gut und leicht nach­voll­zieh­bar die Vor­teile von OpenAc­cess für die Wis­sen­schaft. Eigent­li­cher Aus­gangs­punkt für seine Über­le­gun­gen ist der “Hei­del­ber­ger Appell”, ein Unter­schrif­ten­auf­ruf des Lite­ra­tur­wis­sen­schaft­lers Roland Reuß gegen Google (mas­sive Ein­scan­nung von Büchern, ohne Ver­wer­tungs­rechte an ihnen zu besit­zen) und OpenAc­cess. Mit sei­nem abso­lut lesens­wer­ten Arti­kel weist er noch­mal aus­drück­lich auf die Unter­schei­dung zwi­schen der causa Google und OpenAc­cess hin.

In sei­ner Erklä­rung gegen OpenAc­cess geht Roland Reuß in einem wei­ten Bogen auf die För­de­rung von der Publi­ka­ti­ons­form “OpenAc­cess” durch die DFG, über die Nach­teile von OpenAc­cess für die Auto­ren (angeb­li­che Urhe­ber­recht­s­ein­schrän­kung) bis zur Ver­pflich­tung von Wis­sen­schaft­ler an eini­gen Uni­ver­si­tä­ten (z. B. Zürich), ihre Publi­ka­tio­nen als OpenAc­cess in einer Daten­bank zur Ver­fü­gung zu stel­len, ein.

Beim Lesen des Arti­kels und des Auf­rufs sind mir fahr­läs­sige Benut­zung der Begriffe und Bedeu­tun­gen von OpenAc­cess, Online­pu­bli­ka­tion und Urhe­ber­recht auf­ge­fal­len, beson­ders schlimm im Hei­del­ber­ger Appell. Zunächst ein­mal liegt hier in Deutsch­land das Urhe­ber­recht immer beim Autor. Der Autor ver­gibt Nut­zungs­rechte! Diese begriff­li­che Unter­schei­dung und die genaue Anwen­dung ist in solch einer Dis­kus­sion uner­läß­lich! Wer dar­auf nicht ach­tet, ver­gibt Argu­mente in sei­ner Dis­kus­sion – so auch bei Reuß. Des­wei­te­ren schmeiße bitte kei­ner die Begriffe OpenAc­cess und Online­pu­bli­ka­tion in einen Topf. Es ist nicht ein und das­selbe, son­dern zwei ver­schie­dene Dinge! Online­pu­bli­ka­tion ist eben eine elek­tro­ni­sche Publi­ka­ti­ons­form, für die genau wie für eine gedruckte ein Ent­gelt ver­langt wird. Dage­gen ist bei OpenAc­cess der freie Zugang für Autor und Leser der Haupt­cha­rak­ter. Frei bedeu­tet auch kos­ten­los! Und dies hat viele Vor­teile für die Wis­sen­schaft, vor allem für eine Wis­sen­schaft, die sich durch extreme Spe­zia­li­sie­run­gen und star­ken hier­ar­chi­schen Struk­tu­ren aus­zeich­net. Denn eins wird in der Dis­kus­sion gerne unter den Tisch fal­len­ge­las­sen: es gibt in der Wis­sen­schaft gerade für junge Wis­sen­schaft­ler beim Publi­zie­ren zum Teil enorme hier­ar­chi­sche Bar­rie­ren! An die­sem Punkt setzt OpenAc­cess, in einer ver­nünf­ti­gen Form gegos­sen (Peer review-Verfahren), regu­lie­rend und dis­kurs­för­dernd ein. Der Meine Ver­lag setzt sich mit sei­nem OpenAc­cess–Pro­jekt “Wis­sens­Werk” für die­sen Gedan­ken ein. Wir, die wir selbst als Dok­to­ran­den aus der For­schung ent­stam­men, sind der fel­sen­fes­ten Über­zeu­gung, daß Wis­sen­schaft und For­schungs­dis­kurs eines freie­ren Aus­tau­sches bedarf. Daher enga­gie­ren wir uns mit unse­rem Pro­jekt Wis­sens­Werk. Um Miß­ver­ständ­nis­sen vor­weg vor­zu­beu­gen: OpenAc­cess ist eine von drei Publi­ka­ti­ons­for­men. Natür­lich haben wir als Ver­lag ebenso ein Inter­esse daran, gute Bücher in gedruck­ter oder digi­ta­ler Form zu publi­zie­ren, wobei wir als Ver­lag im Gegen­satz zu man­chen Ten­den­zen in der Bran­che Satz und Lay­out gestal­ten und nicht unse­ren Auto­ren über­las­sen. OpenAc­cess und gedruckte/elektronische Publi­ka­tion hat bei­des seine Exis­tenz­be­rech­ti­gung. Der gol­dene Mit­tel­weg muß gefun­den wer­den und daran betei­li­gen wir uns.

Nach­trag und Aktua­li­sie­rung zur Diskussion

Antiquariate und Twitter – die neue Symbiose sowie von der Jungfräulichkeit der E-Books

Ges­tern las ich im boersenblatt.net, daß im neuen Heft der Zeit­schrift “Aus dem Anti­qua­riat” ein Bei­trag zu Anti­qua­riate und Twit­ter zu fin­den ist. Web 2.0 und das Han­deln mit gebrauch­ten und alten Büchern. Mensch, da habe ich nicht schlecht gestaunt. Schließ­lich ver­binde ich in mei­nen Gedan­ken Anti­qua­riate per se mit gedruck­tem Papier! Gut, ZVAB und book­looker kenne ich auch, auch schon genutzt. Aber eine Home­page ist ja heute für alle, die das Inter­net wie das täg­li­che Brot nut­zen, über­haupt nichts beson­de­res. Und nun der Schritt wei­ter bei den Anti­qua­ria­ten. Eigent­lich ist das ja kon­se­quent wei­ter­ge­dacht. Denn was spricht gegen eine sol­che Nut­zung? Nichts, oder? Was mei­nen Sie?

Mich brachte diese Vor­stel­lung gleich auf neue “Zukunfts­vi­sio­nen”. Heute ist ja viel­fach von E-Book und elek­tro­ni­schen Publi­ka­tio­nen sowie ihren Ein­fluß auf die Ver­lags– und Buch­bran­che die Rede. Nun stellt man sich mal vor, man wäre 40 bis 50 Jahre in die Zukunft gereist und läuft in der Rit­ter­straße in Leip­zig an den drei Anti­qua­ria­ten vor­bei. Gibt es die noch? Kann man dann da noch hin­ein­ge­hen und in einer Daten­bank nach gebrauch­ten und alten E-Books stö­bern? Ich weiß, eigent­lich ist die­ser Gedanke ver­rückt. Eine elek­tro­ni­sche Publi­ka­tion kann ja nicht altern oder als gebrauchte Vari­ante in der Daten­bank beste­hen. Sie ist sui gene­ris immer eine Jung­frau im Gegen­satz zum Buch, was in sei­nem Buch­le­ben altert. Was wird dann wohl aus den Anti­qua­ria­ten und deren unwi­der­steh­li­che Atmo­sphäre? Wohin flüch­tet der Buch­lieb­ha­ber, um die­sen Duft des geal­ter­ten Buchs ein­at­men zu kön­nen? Viel­leicht kommt es dann ja ganz anders als heute gedacht – gebrauchte E-Books z. B. …

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04 2009

Die technische Seite von E-Books

Im aktu­el­len c’t-Heft 8/2009 wird in einem aus­führ­li­chen Test­be­richt das neue Lese­ge­rät für E-Books von Sony, Sony PRS 505, vor­ge­stellt. In Koope­ra­tion mit Libri.de und Tha­lia bie­tet Sony ein Ein­stiegs­ge­rät an, was durch seine Kom­pakt­heit (174 mm × 123 mm × 8 mm, 254 g schwer) und tech­ni­sche Funk­ti­ons­weise (Dis­play­tech­nik der Firma E lnk) aus­zeich­net. Der Bericht geht detail­liert auf die tech­ni­sche Seite des Lese­ge­rä­tes ein (Aus­stat­tung, Leis­tung, Sicher­heits­schlüs­sel) – ein Aspekt, der mir bis­her in der Dis­kus­sion um E-Books in der Ver­lags– und Buch­bran­che fehlt. Z. B. wird der leis­tungs­starke Akku, die Dis­play­tech­nik gelobt (habe es mir selbst bei Tha­lia ange­schaut und war über die Ähn­lich­keit mit einer her­kömm­lich gedruck­ten Papier­seite posi­tiv über­rascht), ande­rer­seits die feh­lende Unter­stüt­zung des Mobipocket-Formates und die umständ­li­che Rech­te­ver­wal­tung, die für Mac und Linux nur mit Umwe­gen zu hand­ha­ben ist, sowie das man­gelnde Ange­bot an Lese­stoff, zudem auch noch genauso teuer wie ein Buch in Papier­form, kri­ti­siert. Letz­te­res sind genau die Punkte, um die sich die Ver­lags– und Buch­bran­che gemein­sam mit allen Betei­lig­ten (Her­stel­ler, Ver­trieb, Leser) in der Dis­kus­sion und in der Lösung küm­mern soll­ten, anstatt gegen eine Ent­wick­lung zu wet­tern, die es heute schon gibt.

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04 2009